ORMINDO

Emil Solli- Tangen, Ormindo (Bariton)

Rebecca Koch, Erisbe (Sopran)

Benjamin Lyko, Nerillo (Counter Tenor)

Musikalische Leitung: Clemens Flick

Aleke Alpermann, Cello
Simon Borutzki, Blockflöte
Anna Fusek, Violine I
Matthew Jones, Theorbe und Gitarre Peter Kuhnsch, Percussion

Klara Tsujimoto, Violine II

 

Tonaufnahme: Manfred Tausch

Kostüme: Moritz Haakh

Maske: Frederike Schäfer

 

Kamera 1: Elena Panouli

Kamera 2: Lucia Gerhardt

Postproduktion: Lucia Gerhardt

Regie: Franziska Guggenbichler Beck

Berlin, Oktober 2015

 

Für eine große Inszenierung hat die Finanzierung gefehlt, aber das hinderte uns nicht daran, eine kreative Version für diese Barockoper zu realisieren. Gemeinsam mit meinem Team entschloss ich mich dazu, eine VIDEOMINIATUR zu entwerfen und umzusetzen. Da das Regie- Bühnen und Kostümkonzept steht, sowie das Team dahinter, wie vor der Kamera, ging es uns darum, einen überzeugenden Showreal zu erstellen.

Eine Videminiatur ist ein Kunst- Musikvideo, das das Regiekonzept klar macht, einen Eindruck der generellen Ästhetik der Inszenierung vermitteln soll und natürlich den musikalischen Eindruck über Sänger und Ensemble vermitteln soll.

Eine Videominiatur ist das Destillat einer großen Inszenierung. Alles ist da aber in seiner kleinste möglichen Form: wie das Bühnenbildmodell.

 

Francesco Cavalli war in der Zeit um 1637 für das Schaffen im Musiktheater hinweg tonangebend. Er passte die Oper der Volksbühne unter Verwendung einfacher musikalischer Mittel an. Ausdrucksreich und lebendig gestaltet er die Rezitative, versetzt sie mit ariosen Einlagen, gegebenenfalls auch mit Koloraturen. Er konzentriert sich auf die charakteristische Durchdringung der Figuren, denen er ein individuelles Kolorit verleiht. Er zielte weniger auf den virtuosen Stil ab, als auf den dramatischen Effekt seiner Musik.

In Bezug darauf fasziniert mich vor allem die Tatsache, dass Musik und Szene nicht voneinander entstanden, sondern von Anfang an sehr stark miteinander verworben waren. Szenischer und musikalischer Ausdruck gingen Hand in Hand und zogen von vornherein an einem Strang. Vieles (auch an musikalischem Material!) entstand während des Probierens selbst.

Die Beschäftigung mit Szene und Musik jener Epoche scheint mit der Arbeit und dem Entdeckungsgeist eines Archäologen vergleichbar zu sein.

 

IMPRESSUM franziska_guggenbichler@hotmail.com